Spannendes aus der Welt des 3D-Drucks

Das erste Quartal 2017 neigt sich dem Ende zu und wir können ein kurzes Fazit ziehen: Es hat sich einiges in der Welt des 3D-Ducks getan.

Adidas brachte seinen ersten Serienschuh, ohne Nähte und komplett aus dem 3D-Drucker, heraus. Der für 333 US-Dollar in limitierter Edition hergestellter „3D-Runner“ ist zwar noch nicht an den einzelnen Kunden angepasst, aber der erste Schritt in die Modeschöpfung der Zukunft ist getan. Wann die ersten individualisierten Modelle auf den Markt kommen, ist noch unklar. Menschen mit Übergrößen oder Fehlstellungen müssen sich also noch ein bisschen gedulden.

Auch die deutsche Bahn macht mit ihrem autonom fahrenden Elektrobus „Olli“ aus dem 3D-Drucker von sich reden. Sollte die Zulassung erteilt werden, ist der Einsatz im Echtbetrieb im deutschen Straßenverkehr noch für dieses Jahr geplant.

Besonders erfreulich sind die Nachrichten aus der Medizin. Einem Ärzteteam am CHU Spital in Toulouse ist es gelungen, einem Patienten erfolgreich eine 3D-gedruckte, maßgeschneiderte Silikon-Tracheobronchial-Prothese zu implantieren. Bereits 2018 könnte diese Technologie für den kommerziellen Gebrauch freigegeben werden. Die BioDan Group dagegen wartet auf die Zulassung der Implantierung von 3D-gedrucktem menschlichen Hautgewebe. Das von der UC3M, CIEMAT und der Universitätsklinik Gregorio Marañón entwickelte Verfahren zum Drucken von Haut, soll in Zukunft bei Patienten mit Verbrennungen und Hautkrankheiten zum Einsatz kommen.

Auch in der Baubranche gibt es neues zu berichten: In Alcobendas wurde die erste 3D-gedruckte Fußgängerbrücke aus Beton eingeweiht. In den Niederlanden baut zurzeit MX3D, eine Metallbrücke mit Hilfe von 3D-Druck Roboter über den Oudezijds Achterburgwal Kanal. Sie soll noch in diesem Jahr fertig werden. Und apis cor druckten das erste Mal vor Ort innerhalb von 24 Stunden Hauswände für ein einstöckiges Haus (Kostenpunkt $10.000).

Die kulinarischen Freunde unter uns müssen sich allerdings noch ein bisschen gedulden. Zwar geht das Restaurant Food Ink. mit seinem 3D-gedruckten Essen auf Welttournee. Für 2017 ist in Deutschland aber noch kein Termin geplant. Ob es so weit kommt, dass Essen aus dem 3D-Drucker kommt, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, es ist mehr als nur eine Spielerei. Nahrungsmittel lassen sich so optimal auf die speziellen Bedürfnisse eines Menschen einstellen.

Es bleibt spannend, was für Neuerungen der 3D-Druck dieses Jahr noch für uns bereithalten wird.

Ganz aktuell zeigt der Wohlers Report 2017, dass die Umsätze des 3D-Druck-Sektors weltweit im Jahr 2016 um 17,4 % gewachsen sind. Insgesamt ein kleiner Rückstand zum Vorjahreswachstum von 25,9 %. Wohlers Associates gilt als führendes Beratungsunternehmen in dem Bereich der additiven Fertigung und veröffentlicht jährlich ausführliche Analysen. Insgesamt wurden Daten von 100 Dienstleistern, 61 Herstellern von industriellen Systemen und 19 Material- und 3D-Druckherstellern einbezogen. 76 Experten und Organisationen aus 31 Ländern trugen zudem ihr Wissen zum Report bei. Alleine diese Einbindung zeigt, welchen Stellenwert der 3D-Druck in der Industrie heutzutage einnimmt. Marktforscher prognostizieren, dass sich die Umsätze mit 3D-Druck bis 2020 weltweit verdoppeln werden. Wir sind gespannt!